À l’occasion de la récente édition allemande de
« Ouvriers contre le travail » de Michael Seidman

vendredi 23 décembre 2011
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À l’occasion de l’édition allemande de « Ouvriers contre le travail » de Michael Seidman, nous mettons à disposition une présentation des éditeurs allemands : Graswurzelrevolution Verlag

Michael SEIDMAN
Gegen die Arbeit
Über die Arbeiterkämpfe in Barcelona und Paris 1936-38

Mit einem Vorwort von Karl Heinz Roth und Marcel van der Linden

Deutsche Übersetzung : Andreas Förster

Soeben erschienen !
477 Seiten, 24,90 Euro
ISBN 978-3-939045-17-5

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Die spanische Revolution 1936 und die Fabrikbesetzungen im Frankreich der Volksfront-Regierung bilden noch immer wichtige Bezugspunkte von Bewegungen, die Kapitalismus und jede Herrschaft aufheben wollen. Aber stimmen unsere Wahrnehmungen und "Lehren", die aus den vielfältigen individuellen und kollektiven Formen des damaligen Arbeiterwiderstands gezogen wurden ?

Michael Seidmans materialreiche historische Studie zeigt, dass in Spanien wie in Frankreich unter unterschiedlichen Bedingungen radikale Praktiken der Arbeitsverweigerung anhielten, ja sogar aufblühten. Revolution hieß für die Arbeiter und Arbeiterinnen in Barcelona und Paris nicht mehr, sondern weniger arbeiten. Die Aufhebung der Lohnarbeit rückt durch diese Studie wieder ins Blickfeld der Gesellschaftsutopie.

Zwangsläufig konzentriert sich Seidman dabei auf den Kern der spanischen Revolution, nämlich die Abläufe in den Betrieben. Damit hebt sich sein Werk ab von der teils romantischen, vielfach jedoch auf die Front fixierten Literatur zum spanischen Bürgerkrieg. Außerdem bietet Seidman eine umfassende Darstellung der französischen Fabrikbesetzungen, über die es in deutscher Sprache bisher nur spärliche Veröffentlichungen gibt.

Mit seiner Forschung füllt Seidman eine bisher kaum wahrgenommene Lücke in der Geschichtsschreibung der Arbeiterbewegung. Das Buch veranschaulicht, dass sich aktuelle Diskussionen zur Kritik der wachstums-, profit- und produktionsorientierten Wirtschaft auf eine untergründig verlaufende, proletarische Verweigerungstradition beziehen können.

Der Autor

Michael Seidman ist Historiker an der University of North Carolina in Wilmington, USA. Er lebte Ende der Siebzigerjahre in Paris und promovierte 1982 in Amsterdam über das Thema dieses Buches. Er ist der Autor von bisher vier Büchern : Workers against Work (1991), Republic of Egos : A Social History of the Spanish Civil War (2002), The Imaginary Revolution : Parisian Students and Workers in 1968 (2004) und The Victorious Counterrevolution : The Nationalist Effort in the Spanish Civil War (2011). In seinen Forschungen zeigt er ein besonderes Interesse für soziale Bewegungen und individuelle Aktionen.

Inhalt

• Vorwort (2011)
Von Karl Heinz Roth und Marcel van der Linden

• Vorwort (2011)
Von Michael Seidman

• Vorwort (1991)
Von Michael Seidman

Einleitung

- Die Schwäche der Bourgeoisie Barcelonas
- Anarchosyndikalistische Ideologie
- Die CNT in Barcelona
- Die Revolution in Barcelona - ein Überblick
- Rationalisierung
- Der Arbeiterwiderstand
- Das Ende der spanischen Revolution in Barcelona
- Die Stärke der Pariser Bourgeoisie
- Die Ideologie der Arbeiterkontrolle
- Fabrikbesetzungen
- Revolten gegen die Arbeit
- Die Probleme Arbeitslosigkeit und Freizeit
- Das Ende der Volksfront
- Schlussbetrachtung
Abkürzungsverzeichnis
Quellenverzeichnis
Namensregister


Le texte de la préface en allemand de
Karl Heinz Roth et Marcel van der Linden

Vorwort

Im Jahr 1963 veröffentlichte die Redaktion der Zeitschrift Internationale Situationniste das Foto einer Parole, die sie auf einer Pariser Mauer entdeckt hatte : „Ne travaillez jamais“ – „Arbeitet niemals“ ! Damit illustrierte sie ein in derselben Ausgabe veröffentlichtes Manifest, in dem sie „die Abschaffung der Arbeit in ihrer bekannten Form - verbunden mit der Abschaffung des Proletariats“ als „Zentrum des revolutionären Projekts“ proklamierte[1]. Dieses utopische Schlagwort entfaltete in den folgenden Jahren eine subversive Sprengkraft. Es spielte nicht nur im Pariser Mai des Jahrs 1968 eine wichtige Rolle, sondern durchdrang die gesamte globale Revolte dieser Jahre. Die Vergötzung der Arbeit war unwiderruflich zu Ende. Der Widerstand gegen die entwürdigende, erniedrigende und alle Kreativität abtötende Arbeit erzeugte einen neuen Lebensstil, der die nachwachsende Generation der „roten Siebziger“ prägte – bevor er von den Innovatoren des Kapitalismus entdeckt und in die prekären Arbeitsverhältnisse von heute umgemünzt wurde.

I.
Der Impuls der Situationisten und anderer, ihnen verwandter Strömungen der radikalen Linken inspirierte auch viele Intellektuelle und Wissenschaftler. Zu ihnen gehörte der amerikanische Historiker Michael Seidman, der seit 1979 in Paris lebte und durch die dortige Subkultur geprägt wurde. Er machte sich den Kampf gegen die Arbeit zum Forschungsthema und 1982 promovierte er in Amsterdam bei Arthur Mitzman mit einer Untersuchung über die ArbeiterInnen von Barcelona und Paris während der spanischen Revolution und der französischen Volksfrontregierung. Das war eine Konstellation, wie sie provozierender nicht sein konnte : Kämpfen die ArbeiterInnen auch in revolutionären Umbrüchen, in denen Organisationen unter Berufung auf die historische Mission der Arbeiterklasse die politische Macht ergreifen, weiter gegen die Arbeit ? Fallen sie mit dem sich daraus unweigerlich einstellenden Niedergang der Wirtschaft dem emanzipatorischen Umsturz in den Rücken ? Es gehörte ein erhebliches Stück Respektlosigkeit gegenüber allen Traditionsbeständen der Arbeiterlinken und der durch sie inspirierten Geschichtsschreibung dazu, überhaupt eine solche Frage aufzuwerfen. Einmal mehr zeigten hier die Parolen der Situationsten ihre subversive Sprengkraft.

Im vollen Wissen um die Brisanz seiner Fragestellung machte sich Seidman an die Arbeit. Er erschloss sich die riesigen archivalischen Überlieferungen zur Sozialgeschichte der ArbeiterInnen der Dreißigerjahre in ihren Hochburgen Barcelona und Paris und wertete ihre Presse aus. Parallel dazu studierte er auch die Gegen-Überlieferungen der Unternehmen und Wirtschaftsverbände. Das machte es ihm möglich, die Rahmenbedingungen für eine vergleichende historische Analyse zu erarbeiten : In Barcelona konfrontierte sich eine rückständige und korrupte Bourgeoisie mit einem militanten Arbeiterwiderstand, der in erster Linie durch die Anarcho-Syndikalisten der CNT repräsentiert wurde ; in Paris stand den starken, aber durch die Weltwirtschaftskrise zurückgeworfenen Gewerkschaften ein starkes und innovationsfähiges Patronat gegenüber, das eine hoch effiziente Automobil-, Flugzeug- und Stahlindustrie kommandierte. Daraus ergaben sich zwei unterschiedliche Ansätze des Arbeiterwiderstands. In Barcelona erzwangen Anarchosyndikalisten den revolutionären Umsturz mit dem Anspruch, die entwicklungsunfähige Bourgeoisie zu ersetzen und unter den Bedingungen der Arbeiterselbstverwaltung einen Prozess der wirtschaftlichen Konzentration und Erneuerung einzuleiten. In Paris dominierten dagegen Konzepte der Arbeiterkontrolle der Produktion, verbunden mir Forderungen nach einer radikalen Verkürzung der Arbeitszeit und der Ausweitung der Sphäre der Nichtarbeit durch bezahlte Urlaube und soziale Sicherung im Alter.

War dieses Anliegen der revolutionären und – im Fall Frankreich – reformorientierten Arbeiterlinken aber auch die zentrale Agenda der ArbeiterInnen ? Wie Seidman anhand des reichlich erschlossenen Quellenmaterials nachweist, war das zumindest in dem Augenblick nicht mehr der Fall, als die Arbeiterlinke an die politischen Machthebel herankam. Die Fabrikbelegschaften nutzten die fast zeitgleich ablaufenden Umbruchsituationen vielmehr dazu, sich noch stärker als bisher den Zumutungen ihres Arbeitsalltags zu entziehen. Obwohl jetzt anarcho-syndikalistische Militante im Namen der Revolution die geflohenen oder vertriebenen Manager ersetzten und für eine kollektive Anstrengung zur Reorganisation der Produktion warben, blieben die ArbeiterInnen den Betriebsversammlungen fern und missachteten die Schichtpläne. Auch nach der – zeitweiligen – Abschaffung der Akkordarbeit wandten sie sich von der Arbeit ab. Sie erschienen verspätet oder auch gar nicht und gingen vor Schichtschluss. Es gab zwar auch einige Exklaven, in denen mit neuen Formen der geldlosen Produktion und Verteilung experimentiert wurde, aber dies waren und blieben Randerscheinungen. In Paris war die Situation kaum anders. Dort hatten die Betriebsbesetzungen zwar ebenfalls den politischen Umschwung ermöglicht. Aber für die ArbeiterInnen waren sie in erster Linie ein großes Fest, eine kurzfristige Wiederaneignung des Lebens, die sie nun in die Ära der Volksfront verlängerten. Auch sie erzwangen die faktische Abschaffung des Akkordlohns, verweigerten die hierarchische Arbeitsteilung, kamen verspätet und gingen verfrüht, und wenn sich ihnen die Unternehmer und Gewerkschaftsleitungen widersetzten, griffen sie zur Sabotage.

Seidmans Befund war somit eindeutig : In beiden Konstellationen kündigten die ArbeiterInnen ihren neu installierten Arbeiterregimes die Gefolgschaft. Beide politische Regime waren aber in ihrer Existenz bedroht und auf eine rasche und reibungslose Wiederankurbelung ihres Wirtschaftspotenzials angewiesen : In Spanien war die militärische Konterrevolution im Vormarsch, und in Frankreich geriet die Volksfrontregierung angesichts des wirtschaftlichen Niedergangs in eine Zerreißprobe, die zusätzlich durch den aggressiven Hochrüstungskurs des faschistischen Deutschland verschärft wurde. In dieser Zwangslage unternahmen die beiden politischen Regime das aus ihrer jeweiligen Sichtweise Unvermeidliche : In Spanien avancierte die CNT zum Vorreiter einer repressiven Wiederherstellung der Arbeitsdisziplin, und die Volksfrontregierung fuhr unter dem Einfluss des Syndikalismus einen weniger harten, aber dennoch ebenfalls eindeutigen Disziplinierungskurs.

So weit Seidmans Befunde, deren Evidenz bis heute von niemand angezweifelt wurde. Der Widerstand gegen die Arbeit hört in allen seinen sichtbaren, demonstrativ herausgekehrten oder auch stillschweigend und scheinbar individualisiert betriebenen Formen auch dann nicht auf, wenn sich politische Regime etablieren, die aus Arbeitermilitanten rekrutiert werden und erklärtermaßen als Repräsentanten der Arbeiterklasse agieren. Nur dort, wo die ArbeiterInnen selbst anfangen, die Trennung zwischen Arbeit und Leben aufzuheben und mit selbstbestimmten Tätigkeiten zu experimentieren – solche Ansätze gab es, wie Seidman nachweist, in Spanien sehr wohl, sie sind aber marginal geblieben -, nehmen sie eine konstruktive Haltung ein. Das aber ist eine Art der Reproduktion des Lebens, die sich außerhalb – oder unterhalb – der politischen Systeme abspielt. Da sie sich außerhalb aller Effizienz- und Produktivitätskriterien bewegen, kann sich auch keine von der Arbeiterlinken beherrschte politische Macht auf sie beziehen. Mit anderen Worten : Hinter dem Widerstand gegen die Arbeit steht ein elementares Bedürfnis nach der Aufhebung aller Formen der Arbeit im sozialen Lebensprozess, das alle Wirtschaftsprozesse entschleunigt und letztlich „unproduktiv“ macht. Zwischen den existenziellen Massenbedürfnissen der Arbeiterklasse nach ihrer Selbstaufhebung und den Perspektiven einer politischen Repräsentation ihrer Interessen im Sinn von politischer Arbeitermacht besteht ein unauflöslicher Widerspruch.

II.
Nach dem Abschluss seines Promotionsverfahrens in Amsterdam kehrte Seidman in die USA zurück und nahm eine zeitlich befristete Hochschullehrerstelle an der Rutgers University an. Die Studie blieb zunächst unveröffentlicht. Dann publizierte Seidman 1988 eine erste Zusammenfassung in einer zeitgeschichtlich orientierten Zeitschrift[2]. Schließlich erschien seine Untersuchung 1991 in der University of California Press. Die Rezeption war zunächst recht verhalten. Während die niederländischen Rätekommunisten anhand der Aufsatzfassung den von Seidman benutzten Arbeitsbegriff kritisierten – dazu noch weiter unten –, gaben sich die Rezensenten der wissenschaftlichen Fachpresse eher ratlos und diskutierten Randprobleme, so etwa eine mögliche Überschätzung der Stärke der französischen Bourgeoisie oder die mangelnde Berücksichtigung komplementärer Studien über den Arbeiterwiderstand in der Sowjetunion[3]. Andere Rezensenten nahmen Anstoß an der explizit betonten Konfrontationsstellung, die Seidman gegenüber den dominierenden – modernisierungstheoretischen und marxistischen – Strömungen der Arbeitergeschichtsschreibung einnahm[4]. Einig waren sich aber alle in der Einschätzung, dass es sich um eine außergewöhnliche Arbeit handelte, die zwei brisante historische Themenfelder miteinander verglich und auf provozierende Weise gegen den Strich der gängigen Deutungen bürstete[5].

Damit war die akademische Diskussion aber auch schon beendet. Der Verlag zog daraus die Konsequenzen und verzichtete auf die sonst übliche Edition einer billigeren Taschenbuchvariante. Auch Seidman selbst musste um seine wissenschaftliche Position kämpfen und verließ 1989 die Rutgers University nach erheblichen internen Auseinandersetzungen um seine Festanstellung, hatte dann aber andernorts mehr Glück. Nach einer längeren Pause sorgten dann engagierte Übersetzungen für eine Veröffentlichung in einem japanischen (1998) und einem türkischen Universitätsverlag (2010). Inwieweit es Seidman in diesen Ländern gelang, Einfluss auf die Arbeitsgeschichtsschreibung zu nehmen, wissen wir nicht. In diesen beiden Konstellationen sind die Sprachbarrieren leider noch immer wirksam.

Parallel dazu entfaltete das Buch jedoch allmählich seine Wirkung in der radikalen Linken. Als Workers Against Work seit dem Beginn des neuen Millenniums bei der University of California Press vergriffen war, veröffentlichte eine räte-anarchistische Gruppe in Baltimore einen Raubdruck. 2006 erschien eine griechische Teilübersetzung in Athen, die offensichtlich keine breitere Debatte auslöste. Dagegen entschloss sich ein in Marseille aktives Verlagskollektiv im vergangenen Jahr zu einer kompletten französischen Edition, die ebenfalls ohne Absprache mit dem Autor und dem über die Urheberrechte verfügenden Verlag zustande kam. Diese unautorisierte Rückkehr in das Land ihrer Entstehung verhalf der Studie Seidmans endlich zur seit langem überfälligen Rezeption innerhalb der radikalen Linken. Dabei kristallisierten sich mehrere Problemfelder heraus, die entscheidende Eckpunkte des emanzipatorischen Diskurses berühren.

III.
Es geht dabei erstens um den Arbeitsbegriff : Ist jede Art von Arbeit, die die materielle Reproduktion des individuellen und gesellschaftlichen Lebens vom gesellschaftlichen Lebensprozess abtrennt und verselbständigt, abzulehnen ? Und wenn ja : Wird dann der uneingeschränkt und in allen denkbaren Konstellationen gerechtfertigte Widerstand gegen die Arbeit noch in der Lage sein, aus sich die Alternative einer selbst bestimmten und frei assoziierten Lebenstätigkeit hervorzubringen ? Um diese Frage zu beantworten, werden wir nicht darum herum kommen, die gesamte Arbeitsgeschichte nochmals auf den Prüfstand zu stellen und zugleich eine klare Trennlinie zwischen allen Formen der Arbeit und der jenseits davon zu entwerfenden selbstbestimmten Tätigkeit zur Reproduktion der gesellschaftlichen Lebensprozesse vorzunehmen. Genau hier setzten schon 1989 die niederländischen Rätekommunisten an, als sie von Seidman eine genauere Unterscheidung zwischen der Arbeit an sich und der kapitalistisch organisierten Arbeit einforderten[6].

Noch schockierender ist zweitens der sich aus der Analyse Seidmans zwingend ergebende Befund, dass bisher alle Varianten von Arbeiterregimen oder „Arbeiterstaaten“ unfähig waren, die elementaren Bedürfnisse der von ihnen repräsentierten Klasse nach sofortiger Aufhebung der Arbeit in die Tat umzusetzen und damit ihre letztlich unvermeidliche Niederlage zu verhindern. Von diesem Verdikt waren – und sind – wohlgemerkt alle Strömungen der Arbeiterlinken betroffen, von den spanischen Anarcho-Syndikalisten über die verschiedenen Strömungen des französischen Syndikalismus bis zurück zu den Bolschewiki, die im Frühjahr 1918 den Kampf gegen den disziplinlosen Eigensinn der Arbeiter- und Soldaten-Sowjets aufnahmen. Sie alle antworteten in der Konfrontation mit ihrer sich ihnen verweigernden sozialen Legitimationsbasis mit produktivistischer Propaganda, aber auch mit Drohungen und brutaler Repression. Aus diesem Befund ergeben sich gravierende Konsequenzen für jede Emanzipationstheorie, die sich auf die Klasse der Arbeiterinnen und Arbeiter beruft. Wir können sie hier nicht weiter zur Diskussion stellen. Aber wir möchten zumindest darauf hinweisen, dass der revolutionäre Bruch ganz unabhängig vom Stand der jeweiligen kapitalistischen Entwicklung nur noch universal gedacht werden kann. Da jede erfolgreiche Arbeiterrevolution sofort und unvermeidlich zu einer Entschleunigung des wirtschaftlichen Wachstums und zur Aufhebung der Arbeitsproduktivität als Grundnorm der politischen Ökonomie führt, hat sie nur dann eine Chance, wenn sie global in Gang kommt und weltweit koordiniert ist. Andernfalls geraten die revolutionären „Arbeiterregierungen“ sofort in das Dilemma, sich gegen die sie umgebende und sie einkreisende kapitalistische Welt durch die Wiederherstellung der arbeiterfeindlichen Produktivitätsnormen behaupten zu müssen und dadurch im gleichen Augenblick ihre Existenzgrundlage zu verlieren. Die Überwindung der Arbeit kann nur noch als weltweites Projekt gedacht werden, und zwar unabhängig von den jeweils dominierenden Formen der Ausbeutung und Verwertung des menschlichen Arbeitsvermögens.

IV.
Eine deutschsprachige Edition der Pionierstudie von Michael Seidman war seit langem überfällig. Nur wenige Individuen und Zirkel der deutschen Sprachsphäre haben sie bis heute zur Kenntnis genommen und in ihre Debatten einbezogen. Lange Jahre war die englische Ausgabe nur in ganz wenigen Universitätsbibliotheken ausleihbar. Merkwürdigerweise hat aber auch der seit einiger Zeit mögliche Zugriff auf eine E-Book-Version zu keiner breiteren Rezeption geführt. Hier blieb die Gruppe Wildcat ein einsamer Rufer in der Wüste. Als sie im Jahr 2003 einen Essay von Gilles Dauvé und Karl Nesic über die Frage veröffentlichte, ob die ArbeiterInnen die Arbeit lieben – oder auch nicht –, nutzte ihre Redaktion die Chance, in einer Zusatzbemerkung zu der von den beiden Autoren ausgewiesenen Referenzstudie auf die Dringlichkeit einer deutschen Ausgabe hinzuweisen. Diese Forderung hat nun der Verlag Graswurzelrevolution erfüllt, und zwar in Abstimmung mit Michael Seidman. Für diese Entscheidung können wir dem kleinen, aber feinen anarchistischen Kollektiv nur dankbar sein.

Karl Heinz Roth
Marcel van der Linden
Bremen – Amsterdam, 31.3.2011


Notes

[1] Internationale Situationniste, Jg. 1963, Nr. 8.
[2] Michael Seidman : Towards a History of Workers’ Resistance to Work : Paris and Barcelona during the French Popular Front and the Spanish Revolution, 1936-38, in : Journal of Contemporary History 23 (1988), H. 2, S. 181-220.
[3] Vgl. beispielsweise die Besprechung von Nathanael Greene, in : The American Historical Review 97 (1992), Nr. 1, S. 185.
[4] Vgl. die Rezension von Steven Zdatny in : Social History 17(1992), Nr. 2, S. 376-379.
[5] Besonders deutlich herausgearbeitet in der Besprechung von Benjamin Hunnicutt in : The Business History Review 67 (1993), Nr. 1, S. 191-193.
[6] Der Aufsatz Seidmans wurde im Juli-August 1989 in einem Sonderheft der Zeitschrift Daad en Gedachte auf Niederländischveröffentlicht und kommentiert. Ein weiterer kritischer Kommentar folgte in der Oktober-Ausgabe desselben Jahrgangs.


Le texte en anglais prononcé lors de la récente tournée de conférences de Michael Seidman en Allemagne

WORKERS AGAINST WORK
Michael Seidman

The antifascist philosopher Benedetto Croce famously stated “All history is contemporary history.” This statement certainly applies to Workers against Work [WaW]. The book was rooted in the “long nineteen sixties,” whose most radical protagonists offered a social and cultural critique of consumer capitalism. The cultural revolution of the 1960s renewed the questioning of wage labor which had been intrinsic to the working-class movement. The conceptualization of WaW was influenced—but not completely determined—by the post-1968 “critique of work” that I absorbed when I lived in Paris from 1979 to 1982. At that time, I became acquainted with a number of French people who redefined the future revolution simply as not laboring for wages. Their position recalled the nineteenth-century socialist demand — articulated by both Marxists and anarchists — for the abolition of wage labor. More pragmatically, to survive in an expensive urban environment, the young Parisians in this circle sometimes performed odd jobs or lived off unemployment and welfare checks. Drinking and smoking, which were heightened by the occasional use of soft drugs, helped to define this milieu. Since I had experienced undergraduate life in the U.S. during the late sixties and early seventies, these hedonistic activities were less shocking to me than their anti-work ideology. The Parisians exposed me to essential texts, such as the anthology, La fin du travail, and the pamphlet, Le refus du travail [1]. Both publications argued that work was oppressive and, just as importantly, workers resisted it.

This skepticism towards wage labor continued the new interest in labor history which arose in France and in other western nations during the 1960s and 1970s, when, for the first time, historians began to chronicle workers’ everyday refusals of work [2]. During these decades, Michelle Perrot and Michel Foucault composed histories of the rejection of disciplinary techniques by workers, women, prisoners, and others [3]. These histories from below resurrected the popular classes’ search for autonomy and reflected a general crisis of militantisme. As Foucault stated in the early seventies, “The masses don’t need him [the intellectual] to gain knowledge ; they know perfectly well, without illusion ; they know far better than he and they are certainly capable of expressing themselves.” [4] Non-worker activists and militants had only minor roles to play when workers’ autonomy and self-determination were the goals. Intellectuals certainly could not lead the movement or provide it with revolutionary consciousness in the Leninist sense since, according to radical leftist critics of orthodox Marxism, the struggle itself—not well-meaning intellectuals—formed class consciousness.
Works of labor and social history by Perrot, Foucault, and others, both reflected and sparked desires to revive libertarian traditions. A number of my friends and acquaintances in Paris in the late seventies and early eighties adopted councilism and demanded workers’ self-government. Richard Gombin’s key text reevaluated positively a leftism which Lenin had disdained as “infantile.” [5] In turn, anti-Leninist leftists dismissed direction by “revolutionary” political parties and supposedly representative trade unions in favor of wildcat strikes, factory occupations, and varieties of workers’ control which, they posited, prefigured the real socialism of the future. As the motto of the First International stated, “the liberation of the working class must be won by the working class itself.” Gombin argued that the young Georg Lukács, Karl Korsch, and Anton Pannekoek agreed that a successful workers’ revolution must rely ultimately only on the workers themselves.

Yet much like their Bolshevik opponents, these early twentieth-century councilists possessed a productivist notion of the revolution. They assumed that workers would efficiently manage the farms and factories that they controlled. The councilists’ project contradicted the spirit of the anti-work advocates whose revitalized ouvriérisme of the 1970s posited that “work is the curse of the class that drinks.” The Situationist slogan—“Never Work”—exercised a powerful attraction among many of these young leftists. The playful spirit of the situs rejected the transformation of artists into workers, as had occurred in Communist states, in order to transmute workers into artists. The Situationists were undoubtedly provocative and clever, but it was questionable whether they or any other leftist group resolved the tension between workers’ self-management and unavoidable social demands for production. In fact, situs tellingly mythologized as the apex of human achievement the collectives established by anarchists and Marxists during the Spanish Civil War. They ignored both the productivist thought of the anarchosyndicalists and the resistance of the workers. Diego Abad de Santillán (cite English edition, pp. 45-46) :

a leader and theoretician who later represented the CNT in the Generalitat during the Revolution, exemplified the shifts in Spanish anarchosyndicalist ideology. Santillán had favored the rural municipality and opposed the domination of the sindicato (union) in the anarchist movement but became one of the most ardent defenders of the sindicato as the basis for the revolution. He also shifted from being a zealous critic of capitalist technology and organization of work to being their enthusiastic supporter. In 1931 he could write, "Modern industrialism, in the manner of Ford, is pure fascism, legitimate despotism. In the great rationalized factories the individual is nothing, the machine is everything. Those of us who love freedom are not only enemies of statist fascism but also of economic fascism." Yet two years later, in 1933, Santillán described modern industry as a source of pride for the human race since it had led to the domination of nature. He noted approvingly that Taylorization had eliminated the "unproductive movements of the individual" and had increased "his productivity" :
He stated :
“It is not necessary to destroy the present technical organization of capitalist society, but we must make use of it.
The Revolution will end private ownership of the factory, but if the factory must exist and, in our opinion, improve, it is necessary to know how it operates. The fact that it becomes social property does not change the essence of production or the method of production. The distribution of production will change and become more equitable.” Santillán’s abrupt shift was perhaps induced by the Depression, which led many militants, including some who were more anarchist than syndicalist, to conclude that the fall of capitalism was inevitable and that they must be able to manage the economic transition to libertarian communism. Like many other libertarian militants, the CNT leader underlined the necessity of eliminating "parasitism" and of providing work for all. Work would be both a right and a duty in revolutionary society, and he approved the old saying, Those who do not work, do not eat :
“In the factory we are not seeking friendship. . . . In the factory what interests us above all is that our fellow worker knows his job and does it without complications because of his inexperience or ignorance of the functioning of the whole.
Salvation is in work, and the day will come when workers want it [salvation]. The anarchists, the only tendency which does not seek to live at the expense of others, fight for that day.” He made it clear that in libertarian communism the producer would replace the citizen.

Situationists and others totally neglected the refusals of work among the rank-and-file workers during the Spanish Revolution, which was a main topic of WaW. In other words, the post-1968 portrait of the working class as resisters of work was incompatible with the discipline and organization needed for the functioning of councils, soviets, and other types of productivist collectives. In order to reduce refusals of work the Spanish Revolution resorted to intensive propaganda. Its clearest expression was found in the posters of (show posters and cite English edition, pp. 101-105) :

the Spanish Left — Communist, Socialist, and anarchosyndicalist. The major organizations gave considerable time and money to produce this propaganda even after paper and other resources became scarce and expensive. Many of the poster artists had been active in advertising before the war, and they worked not for one organization but for many. For example, an official of the Professional Designers’ Union made placards for the CNT, UGT, PSUC, and the Generalitat. His union even produced posters for the POUM, the dissident Communist organization. An ecumenical style emerged that, despite slight thematic differences, portrayed both the workers and the productive forces in nearly identical images. Even as anarchosyndicalists and Communists killed each other on the streets of Barcelona in May 1937, the aesthetic unity of the Popular Front persisted. Ideological disputes and power struggles did not prevent competing organizations from accepting similar representations of their supposed constituencies.

In these posters, which greatly resemble the style of Soviet socialist realism, workers were working, fighting, or dying for the cause. These men and, just as important, women—for in the Spanish Revolution women and men were theoretically equal in war and work—always struggled heroically and untiringly for the victory of the Revolution or the Second Republic in farms, factories, and on battlefields. In fact, the sex of the subjects in many posters was nearly indeterminate, and what was important was neither the qualities nor the character of the individual portrayed but his or her function as soldier or worker. Spanish socialist realism expressed the progressive "masculinization of the iconography of the workers’ movement." One CNT sign, made to combat pessimism and defeatism, pictured two figures, a man and a woman, who looked alike. Both possessed huge forearms and biceps, broad shoulders, and very small heads, suggesting that it was physical, not mental, effort that was required of them. The figures were almost identical except that one had longer hair and inconspicuous breasts, the only hints of femininity in the image. One detail distinguished the other figure : rolled-up sleeves, an easily recognizable symbol of manual labor.

This art was solely concerned with the constructive or destructive capacity of its subjects who were simultaneously its objects. The artists deemphasized differences between soldier and producer, defense and civilian industries as much as between woman and man. One PSUC poster identified industries of war and peacetime. In the picture the long chimneys of the latter repeated the shape of the large cannons of the former. A famous CNT-FAI poster conveyed the same message. In the foreground a soldier firing his rifle complemented a worker in the background harvesting wheat with a sickle, itself a symbol of labor in socialist-realist iconography. The figures would have been indistinguishable except by their implements and positions. Vivid reds and blacks, the colors of the anarchist movement, strengthened the forms of the powerful workers. The caption read, “Comrade, work and fight for the revolution.” Artists never depicted the workers and soldiers of the posters as tired, hungry, or ill. The means of production—the factories, farms, and workshops—no matter how ugly, were idealized equally with the brave, strong, and virile men and women who lived and died for the cause. This portrait of the productive forces reflected the Left’s productivism and its desires for modernization. Both machines and humankind were heroic and larger than life.

Given the Marxist and anarchosyndicalist conception of the worker, it is hardly surprising that revolutionary art would stress her or his productive capacities. These ideologies, which glorified labor and the laborer, consequently portrayed the female and male wage earners as muscular and powerful beings capable of creating objects both for consumption and for the struggle. Thus the importance of the arm and particularly the hand, a symbol of homo faber and the focus of many compositions. Interpreting the posters helps us both to understand how Marxists and anarchosyndicalists literally imagined the working class and how revolutionaries responded to workers’ actual behavior during the civil war and Revolution. Spanish socialist realism attempted to persuade the workers to fight, work, and sacrifice more. It was propaganda that was always humorless and sometimes menacing.
The art of the Frente popular aimed to diminish workers’ resistance to work, which was one of the most pressing problems for the entire Left. Barcelonan workers were known to miss work on holidays, particularly during the Christmas-New Year’s season. The PSUC responded to such absenteeism with a poster that pictured a soldier whose bayonet was slicing through Saturday on a calendar. The poster’s caption called for the end of fiestas and demanded that a new "war calendar" be imposed. Another picture demanded that May Day become, not a holiday, but a day of "intensification of production."
Spanish militants sometimes equated excessive drinking and laziness with sabotage and even fascism. One CNT poster, which was made in Barcelona for the Departamento de orden público de Aragón, pictured a corpulent man smoking a cigarette and comfortably resting in what appeared to be the countryside. The colors of this piece were unlike those of most other posters ; the figure was not red or black but yellow, reflecting the tones of sunny Spain. At the bottom was printed the caption, “The lazy man is a fascist.”
Another CNT poster, made again for comrades in Aragon, displayed a man who was also smoking a cigarette, a symbol, one may speculate, of indifference and insolence since committed workers and soldiers were not shown smoking. This individual was surrounded by tall wine bottles, and the poster contained the caption, “A drunk is a parasite. Let’s eliminate him.” This was particularly tough talk during a period when threats of elimination did not always remain oral, and work camps for enemies and the apathetic were in operation. Both Marxists and anarchosyndicalists were hostile toward non-producers.

A number of posters addressed the problem of workers’ indifference. One showed a strong red figure who was digging the earth with a shovel and who asked laborers to join voluntary work brigades (many of which became obligatory during 1937). Another, from Madrid, requested disabled veterans to aid the fight by working in factories and thereby releasing as yet uninjured workers for combat. A third contained a very direct appeal : “Worker, Work and We shall win ;” it showed a bare-chested red figure with a well-defined muscular torso, blacksmith or metalworker, underneath whom a row of soldiers was firing their weapons at the enemy.


When WaW was published in 1991, its iconoclastic arguments challenged the three major schools of Anglo-American labor history of the 1980s—Marxism, modernization theory, and culturalism. Marxists (E. P. Thompson, Eric Hobsbawm, and Herbert Gutman) posited the progressive development of class consciousness which would enable the workers and their representatives to manage the productive forces efficiently. Modernization theorists (Peter Stearns and Charles Tilly) claimed that workers adapted to industrial society and gradually abandoned what I called resistance or refusals to work—strikes, slowdowns, absenteeism, faking illness, lateness, pilfering, and sabotage. Culturalists (Gareth Stedman Jones and postmodernists) argued that language made work meaningful to workers. WaW attempted to show that none of these theories could explain workers’ continuing resistance against work. I chose the word resistance carefully, fully cognizant of its antifascist meaning. Fascism in its German, Italian, and other forms is quite similar to Communism in its deification of labor. Like Communism, fascism glorifies the worker in order to exploit him further. Workers’ refusals of work were largely non-violent, in line with what is called “materialist non-violence.” By challenging shop floor and management hierarchy, they were also implicitly and explicitly egalitarian. All strikes are, of course, refusals to engage in wage labor. Resistances to work repeat those refusals by trying to avoid workspace and worktime. They are truly grassroots negations of the conditions of wage labor. Ironically, these refusals continued or even increased during the Popular Fronts of the late 1930s in France and Spain, more precisely from 1936 to 1938 in Barcelona and Paris when the left held political power.

WaW engaged with the social theory of François Guizot and Karl Marx, both of whom explored the formation of social classes and the relationship between them. The Spanish Revolution and Civil War erupted in July 1936 in a country, like Russia and China, where the bourgeoisie had been weak and unable to complete “the bourgeois revolution,” i.e., the creation of a unified nation, development of the means of production, and separation of church from state and military from civilian government. In Barcelona revolutionary anarchosyndicalists, communists, and socialists took over the management of the factories but had to confront the strikes, slowdowns, absenteeism, faked illnesses, indifference, and low productivity of rank-and-file workers. The militants of the parties and unions reacted to the resistance of the workers with the same repressive means—tying pay to productivity and sanctioning absent workers—as the capitalists who had previously managed the factories. Thus, in many ways, the experiences of both workers and managers during the Spanish Revolution repeated those of their Soviet counterparts during and after the Russian Revolution [6].

In France the Popular Front — a coalition of the Socialists, Communists, and centrist Radicals — was reformist, not revolutionary as it was in Spain. The French bourgeoisie had created the model “bourgeois revolution,” by unifying the nation, imposing a new relationship between religion and state, and by steadily developing the productive forces. French working-class militants had a different agenda than completing a middle-class revolution. After the electoral victory of the Popular Front coalition, in mid-May 1936 a wave of factory occupations which mainly affected the Paris region erupted. (cite English edition, p. 220) :

Sensing a favorable political and social climate, many workers — sometimes led by shop-floor CGT or PCF militants, sometimes on their own initiative—impulsively left their machines or laid down their tools in May and June 1936. As one historian of the Popular Front remarks, "The only satisfactory thesis is . . . that of a largely spontaneous movement : From which [came] its unprecedented importance—nearly two million strikers. From which also the prudent behavior of the employers who went with the flow without trying to stop it." Workers were happy, even joyous, to stop work and took the opportunity to relax with their co-workers in the noiseless factories and occasionally to initiate love affairs (women composed over 20 percent of the work force in metallurgy). Although many occupations began spontaneously, CGT militants soon began to organize the strikers and to formulate demands. Union activists organized the safety and the feeding of the workers with assistance from Socialist and Communist municipalities.

In June 1936 Léon Blum, the head of the Socialist party, became prime minister and granted higher pay, the forty-hour week, and two weeks of paid vacations to French workers. Nevertheless, the wage earners wanted more, and from 1936 to 1938 they engaged in a guerrilla war against work. Productivity fell in many key Parisian factories as union militants gained power on the shop floor and, by establishing low production quotas, rendered piecework ineffective. Low output created enormous political and economic problems for Blum’s government and the Popular Front. The delayed completion of many pavilions at the Paris World’s Fair of 1937, which was designed to showcase France on the global stage, was particularly embarrassing to the Blum government. Officials of the Popular Front parties and unions continually urged the workers to labor harder to finish the project on time. (cite English edition, pp. 261-262) :

Yet, as in Barcelona, despite published appeals production lagged, and on 1 February 1937 the major leaders of the Popular Front gathered to address the assembled workers of the World’s Fair. Blum declared, "The exposition will be the triumph of the working class, the Popular Front, and liberty. It will show that a democratic regime is superior to dictatorship. . . . The reputation of the Popular Front is at stake, and I tell you frankly that work on Saturday and Sunday is necessary." Léon Jouhaux, the head of the CGT, told the crowd that "sacrifices must be made." Marcel Gitton, one of the PCF’s top officials, addressed the audience : "The exposition will open 1 May, the day of the Fête du travail. Its success will be a factor in the strengthening of the Popular Front. The fair will be a victory of thousands of workers and all the laboring masses. The enemies of the Popular Front yearn for the failure of the exposition. The workers want it to be an unprecedented success."
Regardless of the pleas and exhortations of the leaders, the exposition opened far behind schedule. The CGT refused to lengthen the forty-hour week. Thus, two or three shifts per day had to be organized, and the output of these additional shifts declined significantly for several reasons. First, the shortage of skilled laborers led to the hiring of inexperienced workers for the second and third shifts. The CGT wholeheartedly endorsed this practice and even forbade employers to utilize some of their most qualified personnel who did not belong to the union. Of the four cement workers one firm was forced to hire, only one had real experience. Much of the work completed by the second and third shifts was poorly executed and often had to be redone. Second, the night shift had inherent difficulties with lighting, and its abnormal schedule was typically much less productive than the day shifts. Third, the unions opposed the use of technical advances and preferred manual techniques in order to create jobs ; they refused, for instance, to operate spray-painting machines.

Although high-ranking CGT officials promised that work on Saturday and Sunday would be permitted within the framework of the forty-hour week, in practice CGT delegates at the exposition largely banned weekend work. Delegates and workers ignored pleas from both the CGT and Humanité [the Communist newspaper] that weekend work was necessary to open the fair on time. Several weeks after Blum’s speech, a carpenters’ delegate insisted that no work be done on Saturday and Sunday. The painters of the American pavilion were denied permission to work Saturday and Sunday ; shortly afterward, an electric transformer was damaged, presumably to protect the right to a work-free weekend. According to the official report of the exposition, the union leaders were unable to "deliver" on their promises of weekend labor : "Even when an understanding [on weekend work] was reached … the following Saturday a counterorder, frequently inexplicable, prohibited the shifts from entering the sites." In addition, workers refused to recover days lost to inclement weather or holidays that occurred during the working week.



The swing centrist party in the government coalition, the Radicals, became alienated from the Popular Front which the Radicals held responsible for low productivity and consequent inflation. The center and the right felt that poor output in the aviation sector was damaging French defense, as German workers under Nazi rule labored fifty to sixty hours per week ; whereas the French only forty. War and the threat of war invariably mean more work and more pressure on workers to labor. Faced with growing German power and rising inflation, the right gained control of the government and smashed the Popular Front in November 1938 by breaking a general strike in defense of the forty-hour week.

WaW concluded that, given the experiences in Barcelona and Paris in the 1930s, it would be difficult, if not impossible, to build a workers’ democracy in the workplace. [7] The volume also tried to contribute to a theory of the state by arguing that a powerful and potentially repressive state was a prerequisite to making workers labor. During the 1930s, a weakened or permissive state encouraged resistance to work ; whereas a repressive state—whether bourgeois or proletarian—reduced refusals. Despite the presence of working-class parties and unions in government, workers continued to resist constraints of workspace and worktime. In fact, in France resistance to work increased support for fascism and the extreme-right among foremen and managers whose orders workers had disobeyed during the Popular Front. In this sense, fascism was a hyper-exaggerated work ideology.

WaW received a mixed reception when it appeared in English in 1991. Academic interest in the book faded soon after its publication, but libertarians and Marxists gave it renewed attention during the first decade of the new century. The revival of WaW, which has now been translated into five languages, reflected a desire of those on the extreme left to defend but also to revise their theories. Unlike earlier generations of leftists who assumed that workers would labor for the revolution, many of their present-day heirs realize that the most difficult problem may not be the overthrow of the bourgeoisie but rather making wage earners labor for the cause. These leftists accepted much more readily than a good number of academics the argument of WaW that the workers’ movement was often a rank-and-file effort to limit exposure to the workplace and to avoid worktime. New elements of the radical left—Gimenologues and Echanges in France, Wildcat and GWR in Germany—appreciated WaW’s questioning of the productivism of both the capitalist and the anarchist/Marxist traditions. A new generation of feminists—some of whose older sisters had initially been quite critical of WaW—valued its recognition of women’s special role as resisters, particularly their high rates of absenteeism and relative lack of identification with the workplace.

In its challenge to productivism, WaW is able not only to provide common ground for male and female wage earners but also to find consensus between the working-class and ecological movements, which have usually been regarded as adversaries. It is possible to regard workers’ refusals of wage labor in the 1930s as prefiguring the ecology movement. During the factory occupations in the spring of 1936 workers abandoned the making of automobiles—the key commodity of consumer society—and instead formed small groups inside the factory where they ate and chatted. “Music, songs and laughter” replaced “the ruthless roar of machines. [8] The dramatic change might be interpreted as an anticipation of an ecological urban utopia.

The history of WaW demonstrates the vicissitudes of intellectual production and reception. A work ambivalently received in the American academy in the early 1990s found more enthusiastic audiences on foreign soils a generation later. Labor history returned to its early nineteenth-century and non-academic roots among both “utopian” and “scientific” theorists of the working class.


Et enfin la version bilingue (anglaise et française) du Prologue de Michael Seidman à l’édition allemande,
publiée sous forme de brochure par la revue « Échanges » en septembre 2011.

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Les Giménologues, le 22 décembre 2011



[1Alexis Chassagne and Gaston Montracher, La fin du travail, (Paris : Stock, 1978) ; Le refus du travail, Échanges et Mouvement, (Paris, 1977 ?) ; Bruno Astarian, Aux origines de l’antitravail, (Paris : Echanges et Mouvements, 2005) ; Danièle Auffray, Thierry Baudouin, Michèle Collin, Le travail, et après, (Paris : J. P. Delarge, 1978). See also Jacques Guigou and Jacques Wajnsztejn, Mai 1968 et le mai rampant italien, (Paris : L’Harmattan, 2008), 150.

[2Antoine Prost, La CGT à l’époque du front populaire : 1934-1939. Essai de description numérique, (Paris : Presses de la Fondation nationale des sciences politiques, 1964) ; Rolande Trempé, Les mineurs de Carmaux, 1848-1914, (Paris : Les Editions Ouvrières, 1971) ; Yves Lequin, Les ouvriers de la région lyonnaise (1848-1914), (Lyon : Presses universitaires de Lyon, 1977).

[3Michelle Perrot, Les ouvriers en grève : France 1871-1890, 2 vol. (Paris : Mouton, 1974) ; Michel Foucault, Discipline and Punish : The Birth of the Prison, trans. Alan Sheridan, (New York : Pantheon Books, 1977).

[4Foucault quoted in Richard Wolin, The Wind from the East : French Intellectuals, the Cultural Revolution, and the Legacy of the 1960s, (Princeton : Princeton University Press, 2010), 308 ; Michel Foucault, Foucault Live (Interviews, 1961-1984), (New York : Semiotext(e), 1996), 75.

[5Richard Gombin, The Origins of Modern Leftism, trans. Michael K. Perl, (Harmondsworth : Penguin, 1975).

[6Wendy Z. Goldman, Women at the Gates : Gender and Industry in Stalin’s Russia, (New York : Cambridge University Press, 2002) ; Donald Filtzer, “Labor Discipline, the Use of Work Time, and the Decline of the Soviet System, 1928-1991,” International Labor and Working Class History, no. 50, (Fall, 1996), 9-28.

[7For initial criticism, see the reviews of WaW by Helen Graham, International Review of Social History, XXXVII, 1992, 279-280, and Pamela Beth Radcliff, Labor History, (Spring/Summer, 1993), vol. 34, 2/3, 416-418. For later appreciation, “Women’s Subversive Individualism in Barcelona during the 1930s,” International Review of Social History, XXXVII, 1992, 161-176. Electronic publication (June, 1999) by Collective Action Notes www.geocities.com/CapitolHill/Lobby. French translation by the Cercle Social (2002) www.geocities.com/demainlemonde/ind.... This French translation has been reproduced on approximately a dozen websites. Also, invitation to the author from a Marxist Feminist group to speak on WaW at the Historical Materialism Conference, NYC, May, 2011 ;

[8”Simone Weil, La condition ouvière, (Paris, 1951), 231.


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